Pressemitteilung

Heimstatt für die Gröditzer Jugend

Fast jeden Nachmittag und Abend herrscht an der Heinrich-von-Kleist-Straße 12a, der Heimstatt des Jugend-- und Freizeitzentrums e.V. (JFZ), reges Treiben. Der Parkplatz ist voller Autos, Musik klingt aus den Räumen und im Sommer ist oft schon die Treppe am Eingang mit jungen Leuten besetzt. Das Heim ist täglich Anlaufpunkt für Kids, Teens und Twens zwischen 13 und 27. „So etwa 70 bis 80 kommen wochentags und am Wochenende sind es meist über 100”, weiß der seit 1993 hier hauptamtlich tätige Sozialarbeiter Mathias Jähn.
Gegründet wurde der Verein, der aus dem kommunalen Gröditzer Jugendklub hervorgegangen ist, vor 15 Jahren, genau am 23. April 1991. Das Anliegen war klar und trifft auch heute noch zu: Die Jugendlichen wollten in eigener Initiative ihre Ideen zur Freizeitgestaltung umsetzen und sie waren dafür auch bereit, das Ende der 1930er Jahre gebaute und dringend sanierungsbedürftige Haus maßgeblich in Eigenleistung herzurichten. Freilich gab es auch Zuschüsse von Land, Kreis und Stadt, doch ohne die riesige Anzahl an freiwilligen Arbeitsstunden hätte das Gebäude nie derart auf Vordermann gebracht werden können. Jetzt gibt es Räume, in denen man sich wohl fühlen kann. Die einen nutzen hier das umfangreiche Spieleangebot, die anderen proben in den sechs Bands des Hauses oder versuchen sich im Breakdance und wieder andere treffen sich zum Quatschen und Feiern, zum Fernsehen und zum Serven am Computer. Es macht einfach Spaß hier, sonst kämen die jungen Leute nicht in Scharen.
Man kann die Angebote des Hauses alle kostenlos nutzen. Dafür und für die Durchführung so attraktiver Veranstaltungen wie „Röder-Rock” oder Benefiz-und andere Konzerte, erwirtschaftet der Verein ca.
16 000 Euro im Jahr an Eigenleistung. Damit werden dann auch kleinere Ausgaben für das Vereinsheim beglichen, Preise für das jährlich vom JFZ organisierte Spielplatzfest gekauft oder die Sport- und Schwimmhalle und unsere Kindereinrichtungen unterstützt.
So mancher, der hier vor 15 Jahren ein- und ausging, schaut auch heute noch gern mal neugierig vorbei. Sie sind längst über die dreißig. Viele haben sich hier richtig kennen- und lieben gelernt, dann geheiratet und Kinder bekommen. „Nein, ein Haus der Trübsal ist unser JFZ ganz bestimmt nicht”, sagt Mathias Jähn lachend, „doch an wievielen Ehen und Kindern das Jugend- und Freizeitzentrum einen Anteil hat, das kann ich beim besten Willen nicht sagen.”   Tr. 

(Aus Gröditzer Stadtzeitung Nr. 04/2006)