1961 bis 1980

Viele Jahre lang das unentbehrliche Löschfahrzeug der Wehr, der alte Benz Gaggenau.
Viele Jahre lang das unentbehrliche Löschfahrzeug der Wehr, der alte Benz Gaggenau.

1961
Der Kamerad Erich Wilhelm übernimmt im Jahr 1961 die oberste Leitung der AG Feuerwehren in Gröditz.
Am 02. Januar des Jahres erhält die Wehr einen LKW Granit K 27 als neues Zugfahrzeug. Außergewöhnliche Einsätze erwarteten das Gefährt in diesem Jahr zum Glück noch nicht.


1962  
Der neugebildete Bautrupp der Wehr errichtet an der Frauenhainer Straße einen Holzturm als Messpunkt für das geodätische Netz der DDR. Wache am 15.September an der Seuchenschutzmatte am Ortsausgang nach Prösen zur Vorbeugung gegen Maul- und Klauenseuche. Jeder Verkehrsteilnehmer hatte die Matte zu passieren.

1963  
Die Wehr erhielt ein neues Löschfahrzeug vom Typ S-400 LF16. Es war das modernste Fahrzeug im Kreis

1964  
Am 15. April Gründung einer AG »Junge Brandschutzhelfer«. Leiter war Lothar Eysold. Großbrand am 01. August in der Lagerhalle der Polster- und Möbelwerkstätten. Bekämpfung war nur mit schwerem Atemschutz möglich. Schaden 28 000 Mark.

24.10.1964  
Erster Tag einer Reihe von Brandstiftungen, die im Jugendheim anfing. Vier Tage später wurde die Scheune in der Dorfstraße 17 angezündet. Am 11.11. wurde im Keller des Jugendheimes ein Brand gelegt und am 18.11. Verpackungsmaterial der HO- Möbelfiliale im Gasthof Richter entzündet. Als Brandstifter wurde schließlich ein Gröditzer ermittelt, der kurz vorher in die Feuerwehr aufgenommen worden war und sich sehr aktiv an den Löscharbeiten beteiligte. Das Bezirksgericht Dresden verurteilte ihn zu vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaus.

1965  
Am 29. April wird der Bauplatz für das neue Gerätehaus auf einem ehemaligen Feld von Jopp an der Karl-Marx-Straße abgesteckt.

1966  
Am 05.April kurz vor Mitternacht bricht ein Brand in der Wohnung des Korbmachers in Reppis aus. Begünstigt wird die Ausbreitung des Feuers durch hier lagernde Weidengerten, Spanholz und Wurzeln. Erst zwei Stunden später wird der Wohnungsinhaber unter Brandschutt gefunden. Am 07. Juli werden für exakt 7.148,18 Mark Einrichtungsgegenstände für das künftige Gerätehaus, was am 16. Juli Richtfest hat, beschafft und eingelagert. Am 01. November wird in der Matratzenfabrik eine Frauenfeuerwehr gegründet. Einen Monat später erhält die Feuerwehr Gröditz ein Schlauchboot.

1967  
Am 24. Februar erfolgt der Umzug in das neue Gerätehaus Karl-Marx-Straße 25. Bis dahin hatten die Kameraden der Wehr 1833 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, allen voran Helmut Widule (355), Fritz Trautmann (310) und Heinz Chojnacki (152). Einen Tag später erfolgte die Einweihung des neuen Gerätehauses. Am Nachmittag Überführung des LF 16 mit Aufmarsch der Wehr und Appell. Bürgermeister Lehmann übergibt den Schlüssel an Wehrleiter Horn, danach Auszeichnung und Beförderungen durch den Bürgermeister. Ab 16:00 Uhr können die Bürger das Depot besichtigen.

1968  
Vom 16. bis 19. Januar Hochwassereinsatz. Bahnhofstraße, Pilstergasse und die Straßen in Reppis sind am stärksten betroffen. Am 04. Juli beteiligten sich 12 Kameraden mit je 13 Stunden am Ausbau des Freibades Gröditz.

1969  
Gründung einer Frauen-Feuerwehrgruppe.

1971  
Die Wehr erhält im Mai von der Bautzener Feuerwehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 S 4000, das allerdings noch repariert werden muss.

1973  
Nach Stadtratsbeschluss werden in der PGH Elektrotechnik, PGH Einheit und im DLK Gröditz Betriebslöschgruppen gebildet.

1974  
Es war im Mai, und nicht zum ersten Mal, gibt es in Gröditz eine Goldafterplage. Diesmal steht sogar der Beginn der Sommerfestspiele in Frage, da der gesamte Festplatz, u.a. auch das Bierzelt, mit den Raupen übersät ist. Bekämpft wird erfolgreich mit einem speziellen Schaum, der den gesamten Platz in eine »Winterlandschaft« verwandelt. Im Oktober kam es wieder zu einem starken Hochwasser. Kameraden müssen mit Schlauchboot und Einreißhaken die Röderbrücke an der heutigen 1. Mittelschule wieder durchgängig machen und von Treibgut befreien, u.a. sind viele Sandsäcke zu füllen und Keller auszupumpen.

Ungewöhnlich viele Brände im Kreisgebiet

17.01.1975  
Brand einer Baracke des VEB Bau Gröditz. Es hatten sich Kleidungsstücke an einem überhitzten Ofen entzündet. Bei der Brandbekämpfung verletzte sich ein Kamerad der Betriebsfeuerwehr des Stahlwerkes, als er mit Druckluftatmer in eine unabgedeckten Brunnenschacht stürzte.

10.08.1975  
Mit zahlreichen anderen Feuerwehren beteiligte sich die Gröditzer Feuerwehr an der Löschung eines großen Waldbrandes auf dem Truppenübungsplatz Nieska- Heidehäuser. Brandursache war Fahrlässigkeit bei einem Feldlager der Roten Armee. Bei der Brandbekämpfung gab es mehrere heftige Detonationen. Erst am Abend des nächsten Tages wurde der Brand endgültig gelöscht. Es wurden 85 ha Wirtschaftswald und 600 ha Heidefläche durch das Feuer vernichtet.

12.08.1975  
Mehrere Einsätze außerhalb von Gröditz: Brand eines Stalles der LPG in Wülknitz (Brandstiftung); Brand des Tiefenauer Forstgartens; Brand an der Schuttgrube in Koselitz, der durch Funkenflug einer Dampflok entstanden war und auf den Wald überzugreifen drohte. In Tiefenau wurden 6500 m² bewachsene Fläche vernichtet.

19.08.1975  
Erneut großer Waldbrand in Nieska, ausgelöst von einer Feldküche der Roten Armee. Fünf Feuerwehren waren im Einsatz.

03.10.1975  
In Wülknitz brannte eine LPG-Scheune bis auf die Grundmauern nieder. Unser Tanklöschfahrzeug schützte den Rinderstall.

26./29./31.10.1975
Die Wehr musste erneut zu zwei Scheunenbränden und zu einem Stallbrand nach Wülknitz. Alle Brände des Jahres 1975 in Wülknitz waren das Ergebnis von Brandstiftung. Täter war ein Wülknitzer, der dafür acht Jahre Gefängnis erhielt.

Feuer auf dem Truppenübungsplatz

In den 70er und 80er Jahren kam es auf dem nahe gelegenen Truppenübungsplatz der Sowjetarmee zu zahlreichen, teils verheerenden Bränden, in der Regel durch Leichtsinn verursacht. Unsere Wehr war an den Löscharbeiten beteiligt.

10.06.1976  
Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz zwischen Heidehäuser und Nieska. Der Brand brach an zwei verschiedenen Stellen aus und wurde durch Rauchen bzw. durch eine russische Feldküche verursacht. Es wurden 5000 m² Wald vernichtet.

12.06.1976  
Erneuter Brand durch Fahrlässigkeit der Sowjettruppen. Vier Feuerwehren, darunter die FFw Gröditz, konnten den Verlust von 7500 m² Waldfläche nicht verhindern.

27.06.1976  
Rauchende Sowjetsoldaten verursachten einen Waldbrand in Spansberg, dem 4000 m² Wald zum Opfer fielen.

10.07.1976  
Es brannte auf dem Truppenübungsplatz in Heidehäuser, links an der Panzerstraße in Richtung Spansberger Weg. Die Restablöschung dauerte bis zum 13. Juli.

08.08.1976  
Waldbrand in Jacobstahl, Richtung Kleintrebnitz im Hochwald, verursacht durch eine Fahrzeugkolonne der Roten Armee. Es wurden 3 ha Wald vernichtet. Neben fünf Feuerwehren, darunter Gröditz, war auch die NVA im Einsatz.

1977  
Am 10. Dezember Großübung der Zivilverteidigung. Es war Atomalarm ausgelöst worden. Die Wehr hatte die Aufgabe, die Straße Am Nordrand unter ABC-Schutzkleidung und unter Verwendung von drei Sprühstrahlrohren zu entkontaminieren.

1978  
Am 16. April Brand in der Wohnbaracke Pulsner Weg. Die starke Brandausbreitung gestattete keinen Innenangriff mehr, so dass das Feuer von außen bekämpft werden musste. Der Brand, durch ein im Zimmer abgestelltes Motorrad stark begünstigt, entstand durch einen betrunkenen Bewohner. Der Brandstifter und eine weibliche Person konnten durch ein Fenster entkommen. Der Mitbewohner, der sein Motorrad retten wollte, ist im Zimmer verbrannt. Die Baracke war mit 14 Personen belegt, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Der Brandstifter wurde zu zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

27.07. und 04.08.1978  
Weitere große Brände im Bereich des Truppenübungsplatzes, an deren Bekämpfung unsere Feuerwehr und viele weitere Wehren mit ihrer Löschtechnik beteiligt waren. Insgesamt wurden 1978 durch Brände auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes rund 1.000 ha Wald und Heide Opfer der Flammen.

08.08.1978  
Beginn einer mehrtägigen Unwetterbereitschaft. Es mussten zahlreiche Keller ausgepumpt und eine Vielzahl von umgestürzten Bäumen beseitigt werden.

1979  
Der Rat der Stadt beschließt die Einführung von Wochenendbereitschaften. Die Kosten dafür werden am Jahresende auf örtlich festgelegte Betriebe verteilt.

Einsatzübung der AG »Feuerwehren« am 18.10.80
Einsatzübung der AG »Feuerwehren« am 18.10.80

1980
Besonders viele Wohnungsbrände, u.a. brannte es in Pulsen, Karl-Liebknecht-Straße 12, ausgelöst durch falschen Wechsel einer Propangasflasche; auf dem Kapellenweg 4 durch unsachgemäßes Aufstellen eines Ofens; in der Bahnhofstrasse 3 durch sehr starke Wärmestrahlung eines Ofens neben brennbaren Gegenständen; in der Bahnhofstraße 12 mit einem Brandschaden von 50.000,00 Mark; in Pulsen auf dem Körnerweg 7 durch eine veraltete, überlastete Elektroinstallation.