Vorgeschichte - 1638 bis 1940

Ereignisse vor der Gründung der Ortswehr:

1638  
Am 29. Juli kam im Brauhaus zu Reppis Feuer auf, das alle Häuser - bis auf drei - vernichtete.

1842  
In der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember fing das Dach über dem Hochofen des Eisenwerkes Feuer und brannte nieder.

1882  
Am 23. Oktober wurde die Freiwillige Werksfeuerwehr gegründet. Erster Kommandant war der technische Beamte Dierke. Bei der Gründungsversammlung meldeten sich 66 Mann. An Technik stand eine Kastenspritze (Baujahr 1827) ohne Zubringer zur Verfügung.

1900  
In diesem Jahr schloss die Gemeinde Gröditz-Reppis mit der Einsiedelschen Werksfeuerwehr einen Vertrag ab, nach dem diese Wehr den Feuerschutz der Gemeinde Gröditz-Reppis zu übernehmen hatte. Sie musste bei Bränden im Umkreis von sechs Kilometern ausrücken. Damit erübrigte sich vorerst die Gründung einer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

1903  
Die Stärke der Werksfeuerwehr betrug 75 Mann. Kommandant war Hugo Riedel.

1909  
Im Juni wütete ein Großfeuer in Gröditz. Während der Feier des Fahnenjubiläums des »Königlich Sächsischen Militärvereins Gröditz« brach bei starker Trockenheit und bei Sturm etwa um 16:00 Uhr in der Weberschen Strohdachscheune (Geißler) Feuer aus. Das brennende Stroh flog in Bündeln über das Dorf und zündete zu gleicher Zeit an fünf Stellen (Weber, Gehre, Börner, Wachs, Eulitz). Andere Anwesen waren gefährdet. Die Wehr stand vor einer sehr schweren Aufgabe, zumal anfangs nur drei Spritzen zur Verfügung standen, bis Hilfe aus der Umgebung eintraf. Es gelang, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

1917  
Erste Motorspritze vom Typ Koebe Luckenwalde erhalten; Nennleistung: 800 l.

1920  
Kohlebunkerbrand in der Fa. Kübler & Niethammer. Die Motorspritze war 92 Stunden ununterbrochen in Betrieb.

1925  
Am 12. Juni Großfeuer in der alten Graugießerei mit Modellboden. In großer Gefahr war die Mechanische Werkstatt. Es gelang, dieses Gebäude zu halten.

1925  
Gründung der Betriebsfeuerwehr Kübler & Niethammer, Zellstoffwerk Gröditz. Stärke: 20 Mann. Kommandant war Dr. Leopold.

1929  
Am 12. Februar brannte das Kesselhaus. Außentemperaturen von minus 32 Grad erschwerten die Löscharbeiten.

1939 
Großbrand im Kaufhaus Kriegel. Es gab Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung, da die Saugstelle am Dorfgraben verschlammt war.

1940  
Am 15. April wurde die Freiwillige Feuerwehr Gröditz gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen 22 Mann teil. Erster Kommandant war Paul Pfund. Die Gründungsversammlung fand im Gasthof Kurt Richter statt. Die Wehr wurde zuerst im Grundstück des Spediteurs O. F. Leuschner, Poststraße (heute Am Bauhof) untergebracht, danach in einem benachbarten Gebäude. Als Ausrüstung standen der Wehr ein LF 8 Mercedes und ein TSA Magirus (jeweils in grüner Farbe) zur Verfügung. Ende 1940 war die Wehr um 8 Kameraden angewachsen, so dass ihre Stärke 30 Mann betrug. Im Gründungsjahr erhielten die Mitglieder weitere Ausrüstung und Einsatzkleidung. Die Chronik vermerkt auch ein Elbehochwasser mit einem Pegelstand von 8,08 m in Strehla. Auch die Röder und der Kanal führten Hochwasser und überschwemmten Straßen und Felder.

Die erste Kastenspritze der Werksfeuerwehr, Baujahr 1827
Die erste Kastenspritze der Werksfeuerwehr, Baujahr 1827