Wachstum - 1740 bis 1967

1742-1748
Der Bau des Grödel-Elsterwerdaer Floßkanals leitet die industrielle Entwicklung ein.

1779 / 80
Graf Detlev Carl von Einsiedel kauft die Gröditzer Mühle und errichtet einen Eisen- oder Zähnhammer als Zweigbetrieb seines Stammwerkes in Lauchhammer.

1818
Im Ergebnis des Wiener Kongresses von 1815 verläuft die sächsisch-preußische Grenze und somit auch die Zollgrenze zwischen Gröditz und Prösen.

1832
Im Eisenwerk wird eine Werksschule errichtet. Zur damaligen Zeit gehörten etwa 200 Beschäftigte, vorwiegend aus den umliegenden Dörfern, zum Betrieb. Die Aufhebung der Leibeigenschaft in Sachsen ermöglichte den Gröditzer Bauern, die zum Rittergut Saathain gehörten, den Freikauf.

1883
Die Firma Kübler und Niethammer gründet in Gröditz eine Sulfitzellstofffabrik.

1891
Gröditz erhält mit dem Bau einer evangelischen Kirche ein eigenes Kirchenwesen.

1899
Die Kirchfilialschule ("Neue Schule") entsteht. 1909 wird die Werksschule in die Dorfschule übergeleitet.

1900 -1945

Während des Ersten Weltkrieges 1914 - 1918 produziert das Eisenwerk Gröditz vorwiegend Rüstungsgüter.

Die Lauchammer-Linke-Hoffmann-AG, zu der das Gröditzer Eisenwerk gehört, fusioniert 1926 mit dem Flick-Konzern.

Der Bau des Wasserturmes auf der Straße nach Frauenhain beginnt  1928. Die Versorgung mit Trinkwasser wird verbessert, das Fassungsvermögen beträgt   200 m³.

Das Rathaus wird in den Jahren 1930/1931 errichtet. Die Grundsteinlegung dazu erfolgte am 17. Mai 1930.

Das Freibad an der Riesaer Straße kann ab Juni 1939 durch die Bevölkerung genutzt werden.

In den Gröditzer Rüstungsbetrieben werden Ostarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge aus ganz Europa von 1939 bis 1945 zur Zwangsarbeit eingesetzt. Zum Kriegsende sind es 5.055.

Am 24.Juli 1942 teilt die Mitteldeutsche Stahlwerke AG mit, dass der Schiffsbetrieb auf dem Elsterwerda-Grödel-Kanal sofort eingestellt wird.

Der Arzt Dr. Brödemann übergibt den Ort am 23. April 1945 kampflos an die Rote Armee und verhindert weitere Opfer und materielle Schäden.

1950 - 1955

Die Betriebssportgemeinschaften "Stahl" des Stahlwerkes und "Chemie" des Zellstoffwerkes gründen sich 1950.

Am 02.Juli 1951 erfolgt der erste Spatenstich zum Schulneubau für die 1. Oberschule (heute Grundschule). Diese war die erste Neubauschule in Sachsen.

Im Zuge der Verwaltungsreform 1952 wird Gröditz dem Kreis Riesa im Bezirk Dresden zugeordnet. In den Folgejahren entstehen neben neuen Wohnkomplexen medizinische, kulturelle sowie Sport- und Bildungseinrichtungen.

Am 01. Mai 1952 findet die offizielle Eröffnung der Betriebspoliklinik auf der Bahnhofstraße statt.

Im gleichen Jahr erfolgt die Gründung der Sektion Radsport in der BSG Gröditz (Betriebssportgemeinschaft). Die Sportanlage "Philipp-Müller-Stadion" am Eichenhain kann im Juni 1952 eingeweiht werden.

1953 konnte mit dem Wohnungsbau auf der Prösener Straße (heute Hauptstraße, Höhe Ampelanlage Schulstraße) begonnen werden.

Das Kinderwochenheim des Stahlwerkes an der Hirselach wird bezogen.

Am 08. Juni 1954 erfolgt die Registrierung der Arbeiterwohnungsgesellschaft Gröditz beim Rat des Bezirkes Dresden, damit ist die AWG "Glück auf" gegründet.

Die Einweihung des Hauptgebäudes der 1. Oberschule (heute Grundschule) findet am 29. August 1954 statt, das Nebengebäude (heute Hort "Bienenhaus") wurde bereits seit 1952 mit acht Klassenzimmern genutzt.

1956 - 1967
Die katholische Kirche »Maria Königin des Friedens« wird 1956 eingeweiht.

Am Kanal wird der neue kommunale Friedhof 1957 seiner Bestimmung übergeben.                                                                                              Mit dem Film "Mazurka der Liebe" beginnt am 12. Oktober 1957 der Spielbetrieb im neuen Kino an der Karl-Marx-Straße (heute Marktplatz).

Nach Abschluss des Erweiterungsbaus am Wasserturm 1958 erhöht sich das Fassungsvermögen von 200 m³ auf 1400 m³. Der Turm ist nun ca. 40 m hoch.

Am 31. Januar 1959 gründet sich die PGH "Elektrotechnik" (Elektroinstallation, Rundfunk- und Fernsehreparatur und zunächst auch  Kfz-Reparatur), den Vorsitz übernimmt Arno Weser, Sitz ist in der Bahnhofstraße (heute Trend-Shop DLK). Im gleichen Jahr wird die Kulturstätte des Stahlwerkes nach Umbau des ehemaligen Gasthofes Wendt fertiggestellt. Am 01. September erfolgt die feierliche Eröffnung. Der Saal bietet ca. 600 Personen Platz.

Durch Ausgliederung der Kfz-Instandsetzung aus der PGH "Elektrotechnik" wird 1960 die PGH "Einheit" gegründet.

Die beiden großen Betriebssportgemeinschaften "Rotation" und "Stahl" schließen sich zur TSG (Turn- und Sportgemeinschaft) Gröditz zusammen. Am 09. November 1961 stimmen die Delegierten beider Sportgemeinschaften dem Zusammenschluss zu.

Die Selbstbedienungswäscherei auf der Reppiser Straße öffnet am 07. Oktober 1961 in einem Gebäude des Zellstoffwerkes.

Der 01. Januar 1963 ist das Gründungsdatum des VEB Dienstleistungs-kombinates Gröditz mit verschiedenen Abteilungen u.a. Näherei, Strumpfrepassiererei, Schuhmacherwerkstatt.

Die Freiwillige Feuerwehr erweitert sich. Eine Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer", die heutige Jugendfeuerwehr, gründet sich am 15. April 1964.

Das Geläut der evangelischen Kirche ist wieder komplett: am 28. November 1965 werden zwei Glocken geweiht. Diese wurden 1942 zu Kriegszwecken eingeschmolzen.

Am 02. Juli 1966 kann der Neubau der MINOL-Tankstelle auf dem Gelände des Gemüsekombinates an der Frauenhainer Straße eröffnet werden, diese war bis 1995 in Betrieb und wurde 2002 abgerissen.

Der 01. November ist das Gründungsdatum der Frauenfeuerwehr Gröditz.

Nach Fertigstellung des Feuerwehrdepots auf der Karl-Marx-Straße (heute Marktstraße) wird der Schlüssel zum Gebäude am 25. Februar 1967 feierlich an den Leiter der Ortswehr, Johannes Horn, übergeben.

Am Helmut Just-Stadion an der Windmühlenstraße beginnen im Juni 1967 die Bauarbeiten zur Rekonstruktion der Sportanlage, der Abriss erfolgt 1993.